La parole redonnée au jardin

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Publié par Michel Cosem pour "Encres vives"

- Dans ce recueil, l’auteur nous convie, en décrivant un jardin bien réel abandonné depuis des années auquel l’être aimé et elle redonnent vie, à déchiffrer le mystère même de la poésie, qui émerge peu à peu des ronces du langage ordinaire.
Ce jardin retrouvé symbolise la recherche du sens de la vie.
Il est aussi la métaphore de l’émergence de l’amour. On retrouve ici les lieux et l’atmosphère de "Des Ailes" (Voix d’encre éditeur)

- EXTRAITS :

Mutisme figé des arceaux de ronces
lancées à l’assaut des murets
en
pierres
sèches,
façades équilibristes
aux pans effondrés.
À la fin du printemps,
le mauve morne des fleurs
adoucit les lianes fourchues
de ces vipères vertes,
ponts suspendus
jetés entre ce qui fut et ce qui vient.

Au pied de chaque prunellier,
le lierre impose
la verticalité
de ses statues.
Jardin englouti
sous trente années d’oubli,
privé de liturgie,
sans cérémonies vespérales
ni dimanches matins,
sans visiteur depuis tant d’années
que nul au village ne s’en souvient.
Jardin à la géographie perdue.


Nous déchiffrons l’entrée
à l’éboulis des marches,
peut-être un espace pour les pas
là où le lierre semble s’écarter,
le souvenir de genoux
auprès de ronciers moins hauts.
Nous devinons la courbe de ses paupières
sous les broussailles.
Un projet d’écriture.


Nous traçons des allées
comme des lignes sur une page
et tu bêches la terre
qui se révèle brune et lourde.
J’essuie avec ma main
la sueur de ton crâne
et je baise le sel qui demeure sur ta peau.
Nous choisissons, une à une, les pierres
qui combleront les murs
à l’exacte place,
conjonction,
virgule ou point de l’édifice.
Adviennent le sens et l’ossature.

Longtemps,
pendant des soirs,
bien après l’angélus,
nous accomplissons à pleines mains
le lent défrichement
des herbes et des mots.

D’autres mots viendront
aux noms éclatants de trolles et de pavots,
qui rejoindront le texte composé
par les corbeilles de sauge grise
et de thym sauvage,
ponctué par les points d’exclamation
de la menthe vive.
Puis ceux de pervenches et de narcisses
égrèneront leurs notes de sonnailles
avant que ne joue
le quatuor exalté des lavandes.

Apprentissage du langage,
entre singularité et transmission.

Jardin jadis conquis sur le rocher,
la terre apportée dans une brouette rudimentaire
par les bâtisseurs.
Tant de trajets entre l’orée du bois
et l’enclos,
entre le dessein et les premiers semis,
le tout premier prunier.
Tant d’eau pour l’île nue.

Les formules blanches
renaissent entre les paumes
des lys sauvages
tachetés comme des amanites.
Aux lèvres des saponaires
s’inscrivent les prières.
La dimension sacrée de l’homme
ne siège pas dans un quelconque ciel.
Seule la terre a pouvoir
d’énoncer des paroles.

Viens t’asseoir près de moi
sur le banc aux croisillons de fonte.
Écoute les phrases végétales
qui s’ordonnent peu à peu dans la métamorphose.
À présent,
l’automne peut rétrécir les jours,
décembre féconder la terre de sa semence blanche.
Le jardin migrateur
commence son voyage
vers l’intériorité.

- Traduction du texte en allemand, par Rüdiger Fisher :

Chantal Dupuy-Dunier
"DAS DEM GARTEN WIEDER ERTEILTE WORT"
("La parole redonnée au jardin", Encres vives, Heft 331, Colomiers,
Februar 2oo6)

Erstarrtes Schweigen der Brombeerbögen
die die Steinmäuerchen stürmen
balancierende Fassaden
mit eingestürzten Stücken

Am Ende des Frühlings mildert
das trübe Malvenrot der Blumen
die sich gabelnden Lianen
dieser grünen Schlangen
Hängebrücken zwischen
Vergangenem und Künftigem.

Mannestreu hat seine kunstvoll
verzierten Monstranzen
mitten im Kirchenschiff aufgestellt.

Brennesseln überwuchern die Trümmer des Chors
mit einer Prozession aus weißen Bannern.

Die Travéen vegetieren
unter einem Schweißtuch aus Klee.

Am Fuß jedes Schleedornbuschs
hat der Efeu
seine senkrechten Statuen
durchgesetzt.

Unter dreißig Jahren des Vergessens
versunkener Garten,
jeder Liturgie beraubt
ohne Zeremonien am Abend
oderam Sonntagmorgen
seit so vielen Jahren ohne Besucher
daß keiner im Dorf sich seiner einnert.

Garten mit verlorener Geographie.

Wir erraten den Eingang
am Geröll der Stufen
vielleicht ist Platz für die Schritte
wo der Efeu beiseitezutreten scheint
die Erinnerung an Knie
bei niedrigeren Dornenbüschen.

Wir erahnen den Bogen der Lider
unterm Gestrüpp.

Entwurf einer Schrift.

In der Scheune
findest du die verrosteten Geräte.
Du krempelst die Hemdsärmel hoch
über der sinnlichen Behaarung der Arme.

Deine Gesten sind genau
wiwenn wir uns lieben.

Wir zeichnen Alleen
wie Linien auf ein Blatt
und du gräbst die Erde um
die sich als braun und schwer erweist.
Ich wische mit der Hand
den Schweiß von deinem Schädel
und küsse das auf der Haut gebliebene Salz.

Wir wählen nacheinander
die Steine für die Mauern
für die richtige Stelle
Konjunktion oder Komma
oder Punkt für das Gebäude.

So kommen Sinn und Gerippe zustande.

An vielen Abenden
lange nach dem Läuten
des Angelus
roden wir langsam
mit vereinten Kräften
Gräser und Wörter.

Der Fenchel wird wieder zum Fenchel
unter den Winden
und unter den Dornenranken erscheint
eine alte Rebe.

Überall
tauchen die Seerohre des Moschuskrauts auf
aus dem Ozean der von den Wellen
des Mauerpfeffers geröteten Steine.

Der süße Duft der ersten Veilchen
umsäumt den beharrlichen Stamm des Ahorns.

Iris künden sich an
ihre Flammen lodern
inmitten der Scharen von Taubnesseln
die dick wie Hummeln sind.

Wir verweilen auf der Schwelle des Kommenden.

Andere Wörter werden sich einstellen
mit den klangvollen Namen von Trollblume und Klatschmohn
und ergänzen den aus Körben
von grauem Salbei und wildem Thymian
gebildeten Text
mit den Ausrufezeichen
der kräftigen Minze.
Dann wird das Geläut
von Pfingstrosen und Narzissen ertönen
bevor das überschwängliche Quartett
der Lavendelbüsche spielt.

Der Juli ist gekommen
und lädt zum Festmahl
die langen grünen Heuschrecken
und die wie Bärchen haarigen Bienen.
Da summt der Garten
von all dem winzigen Leben.

Es spricht durch seinen Mund
mit seiner Kinderstimme.

Die Vögel
die neuen Mieter des Ortes
spielen mit unseren Samen
eine originelle Partitur
mit Phasen der Stille.
Ein Spatz
bewegt seine fahlgelben Schwanzfedern
wie einen Taktstock.

Die Schräge des Geländes
hat die jungen Triebemitgerissen
und am unteren Rand des Beetes
sind die pointillistischen Farbtupfer der Salate
in sympathischer Unordnung.
Mitten auf einem Weg
haben Kartoffelpflanzen
ihr Sommerquartier aufgeschlagen.
Möhrenkraut taucht auf
zwischen zwei Borretschstauden.

Erlernen der Sprache
zwischen Einmaligem und Weitergegebenem.

Früher dem Felsen abgetrotzter Garten
die Erde brachten die Erbauer
in behelfsmäßigen Schubkarren.
Soviel Hin und Her zwischen Waldrand
und der Umfriedung,
zwischen dem Plan und der ersten Aussaat,
dem allerersten Zwetschenbraum.

Soviel Wasser für die nackte Insel.

Unser Riff
unsre Korallen
zu verteidigen gegen
die Krallenfinger des Labkrauts
die sich an die Himbeersträucher
und an die Tomatenpflanzen klammern
zu schützen
vor der Wolfsmilch mit dem Hexenumhang.
Ein wahrer Sabbat
beim zunehmenden Mond
unterm orangefarbenen Blick der Katzeneule.

Die weißen Formeln
entstehen neu zwischen den Handtellern
der wie Fliegenpilze gefleckten
wilden Lilien.
Auf den Lippen des Seifenkrauts
schreiben die Gebete sich ein.

Das Heilige des Menschen
hat nicht in irgendeinem Himmel seinen Ort.
Allein die Erde hat die Macht
Worte zu sprechen.

Setz dich neben mich
auf die Bank mit den schmiedeeisernen Sprossen.
Horch auf die Sätze der Pflanzen
die sich allmählich in der Verwandlung ordnen.

Nun
mag der Herbst die Tage verkürzen
der Dezember die Erde mit weißer Saat befruchten.
Der wandernde Garten
beginnt seine Reise
nach innen.



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